Marlies Henke

Volkstrauertag in Neustadt: Gedenken an Opfer von Gewalt und Krieg

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Neustadt in Holstein. Als einen Tag des Innehaltens und der Trauer bezeichnete Bürgervorsteher Heinrich Holtfester den Volkstrauertag. In seiner Ansprache am vergangenen Sonntag betonte er: „Es geht um die Sehnsucht nach Frieden, Freiheit und Menschenrechten.“

Wie vielerorts haben am Sonntag auch in Neustadt Gedenkfeierlichkeiten stattgefunden. Nach den Kranzniederlegungen auf dem Cap-Arcona-Ehrenfriedhof, dem Soldatenfriedhof und dem jüdischen Friedhof sowie den Gottesdiensten wurde am Ehrenmal am Heisterbusch der Opfer von Gewalt und Krieg gedacht. Der Bürgervorsteher legte mit Bürgermeister Mirko Spieckermann einen Kranz nieder, ebenso wie Abordnungen von Marine, Bundespolizei See, Feuerwehr und Neustädter Vereinen und Verbänden.

Der Volkstrauertag wurde 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs vorgeschlagen. 1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt.

„Kriegerische Auseinandersetzungen gehören nicht der Vergangenheit an. Es scheint, als ob die Mahnung ‚aus der Vergangenheit lernen‘ im Nichts verhallen würde“, sagte Heinrich Holtfester.

In diesem Zusammenhang reflektierte der Bürgervorsteher die aktuellen Ereignisse wie den Überfall der Hamas auf Israel und den Krieg in der Ukraine und unterstrich: „Einmal mehr zeigt sich, dass der Tod von Soldatinnen und Soldaten und der Zivilbevölkerung in Kauf genommen wird. Dass Leben von Menschen geopfert wird für das Streben eines Machthabers, für den ganz eigene Kategorien zu existieren scheinen. Häufig genug setzen sich solche Machthaber über friedenwahrende Bemühungen der internationalen Gemeinschaft hinweg. Sie ignorieren die Sehnsucht nach Frieden und Freiheit und betrachten sie häufig genug als weltfremde Schwärmerei.“

Holtfester verwies auch auf die Verantwortung Deutschlands aufgrund seiner Geschichte und die Bedeutung der Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewalt: „Wir dürfen die körperlichen und seelischen Wunden, Opfer und Hinterbliebenen nie aus dem Bewusstsein verlieren. Er appellierte an alle, egal, welcher Herkunft, sich gerade im Alltag mit Achtung und Respekt zu begegnen. (he)


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