Beistand am Lebensende e.V. - Ambulanter Hospizdienst Neustadt

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Marlies Henke

"Angstfreier mit dem Tod umgehen" – Junger Hospizhelfer begleitet Sterbende auf ihrem letzten Weg

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„Angst vor dem Sterben hat jeder. Je mehr man sich aber selbst damit auseinandersetzt und je mehr man akzeptiert, dass Sterben unabdingbar ist, umso gelassener sieht man dem entgegen“, sagt der 23-jährige Marcel Zettier.

„Angst vor dem Sterben hat jeder. Je mehr man sich aber selbst damit auseinandersetzt und je mehr man akzeptiert, dass Sterben unabdingbar ist, umso gelassener sieht man dem entgegen“, sagt der 23-jährige Marcel Zettier.

Neustadt. Am vergangenen Freitag hat Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey bei einer Festveranstaltung in Berlin erstmals junge Menschen ausgezeichnet, die ehrenamtlich in der Hospizarbeit und Palliativversorgung tätig sind. Unter den Ausgezeichneten: Marcel Zettier. Der 23-Jährige engagiert sich seit Oktober 2017 als Sterbebegleiter bei dem Ambulanten Hospizdienst „Beistand am Lebensende“.
 
Pressetermin im Hospizbüro Am Holm am vergangenen Montag. Warum man denn unbedingt ein Foto von ihm machen wolle, fragt Marcel Zettier, es gehe doch nicht um ihn, sondern um die Sache.
Der junge Tischler aus Oldenburg in Holstein wünscht sich, dass Menschen jeden Alters angstfreier mit Themen wie Tod und Sterben umgehen. Und dass die Diskussion darüber einen gebührenden Raum in der Öffentlichkeit findet. „In unserer modernen Zivilisation werden Tod und Sterben kaum thematisiert. Gedanken daran erzeugen Unsicherheit und oft auch Angst. Wenn man sich zeitlebens aber nicht mit der Sterblichkeit auseinandersetzt, dann kommt am Ende des Lebens diese große Ohnmacht,“ sagt Zettier.
 
Im Alter von 11 Jahren ist ihm bei der Beerdigung eines Verwandten zum ersten Mal die Endlichkeit des Lebens bewusst geworden. Weitere Todesfälle im Umfeld der Familie, ein Besuch auf der Palliativstation in Eutin und der Krebstod seiner Tante zählen dann vor einigen Jahren zu den Schlüsselerlebnissen, die ihn in die Hospizarbeit und Palliativversorgung führen. „Durch eine Meldung im reporter bin ich auf den Vorbereitungskurs zum Sterbebegleiter aufmerksam geworden“, erzählt Zettier. Dieser neunmonatige Kurs des Neustädter Hospizdienstes bereitet künftige Sterbebegleiter auf ihr besonderes Ehrenamt vor. „Voraussetzung für die Arbeit ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit und den eigenen Grenzen. Dies geschieht im geschützten Rahmen des Vorbereitungskurses und schafft dort eine unglaubliche Gruppendynamik und enormes Vertrauen in sich und die anderen,“ sagt Marcel Zettier. Im Oktober 2017 absolvierte er seinen Vorbereitungskurs. Im November begann seine erste Sterbebegleitung. Eine intensive Zeit, die mehrere Monate dauerte.
„Eine Begleitung kann aber auch nur einige Tage dauern. Am Anfang weiß man eben nie, was einen erwartet“, erklärt Zettier. Abläufe, Zeiträume und Rahmenbedingungen verlaufen ganz unterschiedlich. Sie finden in Form von Hausbesuchen oder Stationsbesuchen in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Palliativstationen statt. Auch die Inhalte sind individuell. Zettier: „Die Initiative zu den Gesprächen geht immer vom Patienten oder Gast aus, wie die zu Begleitenden in der Hospizarbeit auch genannt werden. Wir führen keine therapeutischen Gespräche, sondern begleiten lediglich. Der Gast gibt auch das Tempo und Gesprächsthemen vor. Es kann sein, dass wir über Fußball, das Wetter oder aktuelle Ereignisse reden, manchmal geht es eben auch etwas tiefer. Und manchmal noch tiefer.“
 
Wichtig ist es, vorzeitig ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. „Wenn dann die Krankheit weiter fortgeschritten ist, dann sitzen wir einfach nur still am Bett und halten die Hand, wenn es der Patient möchte. Dann gibt es vielleicht nur noch ab und zu Augenkontakt. Wir halten uns mit Ansprachen zurück, sind einfach nur da. Es geht nur um den Patienten und seine Bedürfnisse und darum, Präsenz zu zeigen“, so Zettier.
Dankbar ist der junge Sterbebegleiter über den Austausch mit den anderen Ehrenamtlichen, „denn manchmal kommt man bei einer Begleitung allein nicht weiter oder es tun sich innere Konflikte auf.“ Regelmäßig stattfindende Supervisionen unter psychologischer Anleitung bieten darüber hinaus die Möglichkeit, anonym über das Erlebte zu berichten und eine Lösung zu finden. Eine wichtige Schlüsselrolle haben auch die hauptamtlichen Koordinatorinnen, die Vorbereitungskurse organisieren und Erstgespräche mit den Gästen führen, um dann mit viel Feingefühl für jeden Gast den passenden ehrenamtlichen Begleiter zu finden.
 
Anne Przibilka vom Hospizverein berichtete, dass es in Neustadt insgesamt 44 Hospizhelfer gibt, von denen derzeit 34 einsetzbar sind. „Es ist schwer, junge Erwachsene für dieses Ehrenamt zu gewinnen. In der Regel sind ehrenamtliche Sterbebegleiter Frauen in der zweiten Lebenshälfte“, berichtet Przibilka.
Auch Marcel Zettier hofft, dass sich mehr junge Menschen mit der Thematik befassen und in die Hospizarbeit finden. Bedenken hätte er anfangs auch gehabt, erzählt er, zum Beispiel, dass er als erwerbstätiger Mensch zu wenig Zeit für so ein Ehrenamt haben könnte. „Rückblickend war das unbegründet, denn die Arbeit ist erstaunlich flexibel, man entscheidet selbst, wie viel Zeit man aufwendet und wann es eine Auszeit braucht. Ich habe es nicht bereut, diesen Weg zu gehen, weil ich enorm davon profitiert habe und es immer noch tue.“ (he)


Marlies Henke

Ein besonderes Ehrenamt - Hospizhelfer gesucht

Neustadt. Am Mittwoch, dem 28. November um 18 Uhr findet im Hospizbüro, Am Holm 30 in Neustadt eine Informationsveranstaltung zu einem neuen Vorbereitungskurs für Hospizhelfer statt, der ab Mitte Februar bis Oktober 2019 stattfinden soll.
In den letzten 13 Jahren hat der Ambulante Hospizdienst des Vereins Beistand am Lebensende viele kranke und/oder alte Menschen in der letzten Phase ihres Lebens begleitet und stand vielen Angehörigen, Freunden, Nachbarn und Ratsuchenden beratend zur Seite.
Für die Hospizbegleiter sind eigene Erfahrungen, Zeit und Interesse an verschieden Themen zum Lebensende das häufigste Motiv für ihre ehrenamtliche Arbeit in der Hospizbewegung. Durch ihren Einsatz wollen sie erreichen, dass Menschen in ihrer vertrauten Umgebung bis zu ihrem Lebensende gut aufgehoben sind. Sie sind bereit, sich auf die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen einzustellen, ihnen Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken und die Sorgen der Angehörigen mitzutragen. Durch die gemeinsame Vorbereitungszeit in Abendveranstaltungen, Seminaren, Ausflügen und einem kleinen Praktikum lernen sich die Helfer kennen und schätzen. Auch nach dem Kurs treffen sich die Hospizbegleiter regelmäßig zum gemeinsamen Austausch und zu weiteren Fortbildungen. Wer dazu Fragen hat, kann sich bei Ute-Maria Bleicker und Stephanie Kahl, Tel. 04561/5130258 oder unter www.beistand-am-lebensende.de - informieren und gegebenenfalls anmelden. (red)


Gesche Muchow

Landfrauen spendeten an Hospizverein

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Die Landfrauen Gisela Schneider (re.) und Burga Wulff (lks.) überreichten die Spende an Stephanie Kahl, Dorothee Schwarze und Ute-Maria Bleicker (Mitte v. lks.).

Die Landfrauen Gisela Schneider (re.) und Burga Wulff (lks.) überreichten die Spende an Stephanie Kahl, Dorothee Schwarze und Ute-Maria Bleicker (Mitte v. lks.).

Neustadt. „Wir freuen uns, dass wir andere Ehrenamtliche heute unterstützen können“, berichtete Landfrauen-Vorsitzende Gisela Schneider am Dienstag bei der Übergabe eines Schecks in Höhe von 200 Euro an die Mitarbeiterinnen vom Hospizdienst „Beistand am Lebensende“. Der Überschuss aus dem Bauernmarkt-Freiluftcafé wird traditionell von den Landfrauen gespendet, die selbst am besten wissen, wie viel Kraft und Zeiteinsatz so ein Ehrenamt erfordert.
 
Die Hospizbegleiterinnen Dorothee Schwarze, Ute-Maria Bleicker und Stephanie Kahl bedankten sich herzlich und berichteten, dass mit dem Geld ein neuer Ziehkoffer angeschafft werden soll. Diesen benötigen die Vereinsmitglieder bei Veranstaltungen für ihr Informationsmaterial wie Broschüren, Flyer, Aufsteller und Ähnliches. „Wir erleben immer wieder, dass die Menschen beim Thema Tod und Sterben sehr große Berührungsängste haben. Damit diese Hemmschwelle so gut wie möglich abgebaut werden kann, ist es sehr wichtig für uns, rauszugehen und über unsere Arbeit zu berichten“, betonte Vorstandsmitglied Dorothee Schwarze.
 
Dem Verein „Beistand am Lebensende“ stehen zurzeit 44 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in der Sterbebegleitung zur Verfügung.
Zu ihren Hauptaufgaben gehört der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung und die Begleitung der sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen und Bezugspersonen. (gm)


Scheckübergabe der Damen des Brodauer Golfclubs an den Hospiz-Verein, Am Holm 30.

Golfen für die Sternenkette - Verein „Beistand am Lebensende“ freut sich über 1.500 Euro

13.11.2018
Neustadt. Golfen für den guten Zweck - das ist seit 2013 für die Damen des Brodauer Golfclubs eine Selbstverständlichkeit. Sie sind Teil der Aktion „Sternenkette“, die von Initiatorin Susanne Graap aus Timmendorfer Strand vor sechs Jahren...
Der neue Vorstand: Sigrid Deubel, Dorothea Schwarze, Stephanie Nissen, Annette Schmitz, Matthias Berger, Barbara Wocker, Margret Berner (v. lks.).

Verein Beistand am Lebensende

25.04.2018
Abschied und Neuanfang im VorstandNeustadt. Die Mitgliederversammlung des Vereins Beistand am Lebensende stand in diesem Jahr unter dem Zeichen von Abschied und Neuanfang: Schon lange hatten die 2. Vorsitzende und die Kassenwartin sowie...
Das Trauercafé findet jeden zweiten Mittwoch im Monat von 14 bis 16 Uhr in den Räumen des Hospizvereins Am Holm 30 statt.

Hilfe bei Abschied und Trauer

21.03.2018
Ambulanter Hospizdienst „Beistand am Lebensende“Neustadt. Der Abschied von einem geliebten Menschen erschüttert in ganz besonderer Weise. Schwer ist es, mit den vielfältigen Gefühlen und Gedanken umzugehen und jeder reagiert in so einer...
Koordinatorin Ute-Maria Bleicker, Vorsitzende Annette Schmitz und Direktorin der Pflege bei Ameos Theresia Kleikamp (v. lks.).

„Wir wissen, was wir an Ihnen haben“ - Beistand am Lebensende in neuen Räumen

13.02.2018
Neustadt. Nach mehr als 10 Jahren Vorarbeit konnte der Hospizverein „Beistand am Lebensende“ Ende November 2017 seine neuen Räume in der Straße Am Holm 30 beziehen (der reporter berichtete). Nun sind alle nötigen Arbeiten erledigt, sodass...

Trauercafé in neuen Räumen

06.01.2018
Neustadt. Das Trauercafé des Beistands am Lebensende findet ab Mittwoch, dem 10. Januar von 14 bis 16 Uhr Uhr in den neuen Räumen des Hospizbüros in Neustadt, Am Holm 30 statt. Man findet es von Neustadt aus vor Firma Auto-Hagen links in...

Trauercafé des Beistand am Lebensende in neuen Räumen

09.12.2017
Neustadt. Das Trauercafé in Neustadt findet ab Mittwoch, den 13. Dezember von 14 bis 16 Uhr in den neuen Räumen des Hospizbüros in Neustadt, Am Holm 30 statt, zu finden von Neustadt aus kommend vor der Firma Auto-Hagen links in die Straße...
Die Schulungsteilnehmer mit den Koordinatorinnen.

Hospizverein „Beistand am Lebensende“ begrüßt neue Begleiter

27.10.2017
Neustadt. Nach neun Monaten intensiver Vorbereitung verstärken jetzt 12 neue ehrenamtliche Sterbebegleiter die Arbeit des Hospizvereins „Beistand am Lebensende e.V.“.Im Rahmen eines stimmungsvollen und fröhlichen Abschlussfestes...

AnzeigeHospizverein sucht neue Büroräume

02.06.2017
Neustadt. Es ist eng geworden in der Eutiner Straße 13, dem Büro des Hospizvereins Beistand am Lebensende. Der Verein hat sich seit 2008 in diesem Büro sehr wohl gefühlt, aber inzwischen ist es einfach zu klein geworden: In den letzten...

Hilfe bei Abschied und Trauer -Ambulanter Hospizdienst „Beistand am Lebensende“

22.03.2017
Der Abschied von einem geliebten Menschen erschüttert in ganz besonderer Weise: Es ist schwer, mit den vielfältigen Gefühlen und Gedanken umzugehen. Darüber hinaus reagiert jeder in so einer Situation anders. Der Neustädter Hospizverein...

Wir sind für Sie da! Wir beraten und begleiten ehrenamtlich

19.11.2015
Wir begleiten und unterstützeno Schwerkranke und sterbende Menschen, die dort sterben möchten, wo sie gelebt haben – unabhängig von Art der Erkrankung, Alter, Religion und Weltanschauung o bei der Auseinandersetzung mit dem Lebensende...
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