Marlies Henke

der reporter transparent: unser Papier

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Aus dem reporter vom 3. Juli 1991.

Aus dem reporter vom 3. Juli 1991.

Neustadt. Ein Rückblick in den reporter am Mittwoch, dem 3. Juli 1991 – das Besondere dieser Ausgabe: Als eines der ersten Anzeigenblätter Deutschlands wird der reporter auf Papier gedruckt, das mit dem Umweltsiegel Blauer Engel zertifiziert ist, dem ältesten Umweltzeichen der Welt.
 
reporter-Geschäftsführer Uwe Muchow erinnert sich: „Bis dahin gab es nur grau-gelbes Recycling-Papier. Ich habe überlegt, ob man nicht auch ein weißes Recycling-Papier herstellen kann. In der Papierfabrik Michaelis & Co. (heute Igepa Group) in Hamburg wurde dann ein Hersteller gefunden, der ein chlorfrei gebleichtes weißes Recyclingpapier entwickeln konnte.“
 
Bald griffen andere Papierhersteller diese Idee auf – und bekamen Probleme mit dem Nachschub. Zum einen gelangt nicht jedes Papier in den Recycling-Kreislauf. Zum anderen kann Altpapier nicht unbegrenzt wiederverwertet werden. „Papierfasern lassen sich maximal sieben Mal recyceln, weil sie sonst zu kurz werden und das Papier keine Stabilität mehr hat. Daher ist beim Recyclingprozess die Zufuhr von Frischfasern sinnvoll“, erklärt Volker Meyer, Technischer Betriebsleiter der Boyens MediaPRINT GmbH, wo der reporter seit 1992 gedruckt wird. Mittlerweile wirkt sich auch der sogenannte „Amazon-Effekt“ auf das Papierrecycling aus. Immer mehr Menschen kaufen im Internet ein und deutlich mehr Verpackungen füllen die Container, was Konsequenzen für die gesamte Papierkette hat.
 
Um den Rohstoff Holz möglichst nachhaltig und effizient zu nutzen und gleichzeitig die gute Lesbarkeit und hohe Haptik des reporters zu gewährleisten, wird unser Blatt heute aus einem Frischfaserpapier mit FSC-Zertifizierung gedruckt, ohne optische Aufheller, hergestellt aus 100 Prozent chlorfrei gebleichtem Zellstoff. In der schwedischen Papierfabrik SCA, die das „reporter-Papier“ herstellt, trägt die gesamte Produktionskette das FSC-Siegel und ist zusätzlich nach ISO 14001 zertifiziert. Diese internationale Norm legt einen Schwerpunkt auf die kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung einer Organisation. Das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) bürgt für Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft und wird von großen Umweltverbänden wie dem WWF unterstützt. Um zertifiziert zu werden, müssen zehn weltweit einheitliche Prinzipien und 56 Kriterien erfüllt sein, unter anderem die Erhaltung empfindlicher Ökosysteme und die traditionellen Nutzungsrechte der Ureinwohner.
 
Die Holzfasern für unser Papier stammen kommen hauptsächlich aus SCA-eigenen Wäldern in Nordschweden. Zusätzlich kauft SCA Holz von kleinen privaten Waldbesitzern auf. Eine Priorität legt das Unternehmen auch darauf, fossile Brennstoffe durch Biokraftstoffe zu ersetzen. Das nachhaltige Profil der Wälder und der kurze Weg vom Wald zur Papierfabrik machen das Papier so zu einer grüneren Wahl als viele recycelte Produkte.
Damit der ökologische Fußabdruck, der mit dem Lesen des reporters einhergeht, bestmöglich ausfällt, ist aber auch jeder Leser gefragt: Geben Sie uns den Reporter zurück. Oder entsorgen Sie ihn im Papiermüll. So können die Papierfasern wiederverwertet, die Wälder geschont und Energie gespart werden. (he)


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