Gesche Muchow

Keine Gewalt gegen Frauen!

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In Neustadt machen Bodenaufkleber und Plakate auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam.

In Neustadt machen Bodenaufkleber und Plakate auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam.

Foto: Gesche Muchow

Neustadt. 2017 erschien unser Familienwochenblatt „der reporter“ anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen (25. November) erstmalig als „die reporterin“.
 
Eine kleine Änderung, die eine große Wirkung zeigte und die wir seitdem zu mehreren Anlässen wiederholt haben. Auch am heutigen 25. November benennen wir uns um und wollen damit auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen, die auf viele Weisen verübt wird. Sexuelle Belästigung, Stalking und psychische Gewalt zählen ebenso dazu wie Vergewaltigung, Missbrauch und häusliche Gewalt.
 
Fast 4.000 Betroffene in Schleswig-Holstein betroffen von häuslicher Gewalt
Allein in Schleswig-Holstein sind im vergangenen Jahr 3.874 Fälle bekannt geworden, in denen Frauen von ihren Partnern Gewalt angetan wurde. „Nichts rechtfertigt Gewalt gegen Frauen“, betont Innenministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack. Um darauf hinzuweisen, leuchten heute mehr als 50 Gebäude in Schleswig-Holstein orange.
 
In Neustadt ist in der vergangenen Woche die Kampagne „Männlichkeit entscheidest Du“ gestartet, mit der alle Männer in Schleswig-Holstein aufgefordert werden, veraltete Männlichkeitsbilder über Bord zu werfen und selbstbewusst mit positiver Männlichkeit umzugehen (der reporter berichtete).
 
Bodenaufkleber und Plakate entlang den Hauptstraßen Neustadts zeigen Männer, die sich klar zum Thema Gewalt gegen Frauen positionieren und für eine selbstbewusste, moderne Männlichkeit einstehen. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Neustadt, Natalia von Levetzow, hat diese Kampagne in die Stadt geholt. „Gerade jetzt ist es wichtig, auf das Thema aufmerksam zu machen. Gewalt an Frauen ist während der Pandemie signifikant angestiegen“, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte.
 
Anstieg von Gewalt an Frauen während der Pandemie
Auch die Innenministerin von Schleswig-Holstein warnt vor Gewalt gegen Frauen im Verlauf der Corona-Pandemie: Gerade jetzt in der Pandemie müsste man auf die Situation der Betroffenen und auf die Angebote der Gesellschaft zu ihrem Schutz aufmerksam machen, so Sütterlin-Waack. Für den Fall, dass die häusliche Gewalt zunimmt, hatte das Land während der Pandemie bereits zusätzliche 500.000 Euro bereitgestellt. Mit dem Geld konnten beispielsweise die Beratung per Telefon oder Video verbessert und zusätzliche Schutzplätze für Frauen und ihre Kinder finanziert werden.
 
Hilfsangebote in Schleswig-Holstein
In Schleswig-Holstein gibt es verschiedene Hilfsangebote für Opfer einer Gewalttat oder für Menschen, die davon bedroht sind. Die Bandbreite reicht von Zuflucht bei unmittelbarer Gefährdung über Beratung bis hin zu psychologischen und psychosomatischen Therapieangeboten. Frauenhäuser und -beratungsstellen richten sich ausschließlich an Frauen und sind auf geschlechtsspezifische Gewalt spezialisiert. Die Mitarbeiter*innen der Beratungsstellen zeigen individuell Wege raus aus der Gewalt auf. Andere Einrichtungen beziehen sich in ihrer Arbeit auch auf andere (nicht geschlechtsspezifische) Formen von Gewalt. Die Beratungsangebote stehen auch während der Pandemie für alle anonym und kostenfrei zur Verfügung.
 
Hilfsangebote in Neustadt
Frauen, die von Gewalt betroffen sind, ihre Angehörigen, Freundinnen und Freunde finden Hilfe und Rat vor Ort bei der Beratungsstelle Frauenberatung und Notruf Ostholstein in Neustadt unter Tel. 04561/9197. Zudem bietet das Hilfetelefon unter der Nummer 08000 116016 kostenlose Beratung und Unterstützung in 17 Sprachen. Die Telefon-Hotline steht 24 Stunden an 7 Tagen der Woche zur Verfügung. Alle Beratungen erfolgen auf Wunsch anonym.
 
Hilfetelefon
Tel. 08000 116 016
 
Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen
Der 25. November wurde im Jahr 1999 von der UN-Generalversammlung zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, auch „Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen“, bestimmt.
 
Damals zeigte sich die Generalversammlung „beunruhigt darüber, dass Frauen nicht in den vollen Genuss ihrer Menschenrechte und Grundfreiheiten kommen, und besorgt darüber, dass es nach wie vor nicht gelungen ist, diese Rechte und Freiheiten im Falle von Gewalt gegen Frauen zu schützen und zu fördern“. Alljährlich soll mit dem internationalen Gedenktag das öffentliche Interesse auf die Gewalt gegen Frauen gelenkt werden und Strategien zur Bekämpfung in den Mittelpunkt rücken. (gm/red)


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