Alexander Baltz

Fluchen ohne Ärger - Kinderuni klärte über Schimpfworte auf

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Neustadt. Trotz der Angst so mancher Eltern, dass die teilnehmenden Kinder bei dieser Art von Vorlesung eine Menge neuer Schimpfwörter lernen könnten, war der Andrang am vergangenen Samstagvormittag groß. „Motzen, Schimpfen, Fluchen“ war das Thema bei der Kinderuni im Theatersaal der Jacob-Lienau-Schule, über das Buchautor Dr. Rolf-Bernhard Essig aus Bayern sehr lebendig referierte.
 
Die Sorge einiger Eltern war dabei allerdings völlig unbegründet. Bei der Verantstaltung wurden den Kindern keine Schimpfwörter beigebracht, die sie nicht schon kannten. Es ging im Gegenteil um die Bedeutung und die Herkunft von Schimpfwörtern. Völlig klar, bei diesem Referat kam der Spaß definitiv nicht zu kurz. Schließlich kommt es nicht oft vor, dass Kinder ganz offiziell ihre Lieblings-Kraftausdrücke vortragen dürfen, ohne Ärger zu bekommen. Eltern durften nämlich nicht an der Vorlesung teilnehmen. Für mächtig Gelächter sorgten bei den Kindern verschiedenste Schimpfworte, die sowohl von den Teilnehmern, als auch von Dr. Rolf-Bernhard Essig in den Raum geworfen wurden. So konnten die Teilnehmer die Wirkung von schlimmen Wörtern auf sich selbst testen und auf der Bühne auch an Experimenten teilnehmen. Ziel der Veranstaltung war es, den Kindern zu verdeutlichen, welch starke Wirkung das Fluchen hat. Dazu gehörten nicht nur klassische deutsche Schimpfwörter, sondern auch viele Worte aus anderen Sprachen, die den Kindern bekannt waren - vor allem aus dem arabischen Raum.
 
Deutlich wurde aber auch, dass Fluchen mit Kraftausdrücken sogar helfen kann, wenn man Schmerzen erleidet oder sich extrem ärgert. So könne sogar das Schmerzempfinden herabgesenkt sein, berichtete Dr. Rolf-Bernhard Essig. Fazit: Fluchen hat einen Sinn und seine Berechtigung, kann nützlich sein und helfen. Wenn es allerdings um Kraftausdrücke geht, um andere zu beleidigen, dann solle man nicht zurückbeleidigen, sondern Stärke zeigen und zu einem Erwachsenen gehen.
 
Nach der Veranstaltung gab es als Bescheinigung für alle Kinder den „Fluch-Schein“, auf den die Teilnehmer ganz besonders stolz waren. Die nächste Kinderuni findet am 25. März als Maxi-Campus für Kinder ab 14 Jahren mit dem Thema „Cybermobbing, Profilklau und Abzocke“ statt. (ab)


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