Simon Krüger

Ökologischer wohnen

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Foto: Pixabay.com © geralt (CC0 Public Domain)

In Zeiten des Klimawandels und der Ressourcenknappheit spielt der Umweltschutz eine immer wichtigere Rolle. Nicht nur die großen Maßnahmen der Industrie sind dabei von entscheidender Bedeutung. Auch die Handlungen jedes Einzelnen können dabei helfen, künftigen Generationen einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen. Viele Gelegenheiten dazu bietet bei näherer Betrachtung zum Beispiel auch der eigene Haushalt. Mit den folgenden einfach umzusetzenden Tipps kann die Umwelt entlastet werden.
 
Tipp #1: Die Energieklasse aller Haushaltsgeräte checken
Der alte Kühlschrank macht es vielleicht nach über 20 Jahren immer noch. Einerseits ist das zwar lobenswert, dass die Industrie in diesem Fall so langlebige Geräte hergestellt hat, andererseits führt das zu einem unnötigen Energieverbrauch.
 
Seit Anfang der 1990er Jahre gibt es Energielabels für Haushaltsgeräte. Sie sollen Konsumenten eine einfache Möglichkeit bieten, Geräte zu erwerben, die besonders energieschonend arbeiten. Wer zuhause eine Kühlschrank-Gefrierkombi in Verwendung hat, die 15 Jahre oder älter ist, verbraucht damit im Jahr rund 600 Kilowatt an Strom. Im Vergleich dazu benötigt ein Gerät der Energieeffizienzklasse A+++ für die gleiche Leistung nur rund ein Viertel dieser Energie.
 
Bei den aktuellen Strompreisen können die jährlichen Kosten so von rund 160 Euro auf 40 Euro gesenkt werden. Da ist innerhalb weniger Jahre locker der Kauf eines neuen Kühlschranks möglich und die Umwelt wird entsprechend weniger belastet.
 
Tipp #2: Regelmäßig Verschleißteile kontrollieren
Selbst wenn elektrische Geräte noch recht neu sind und bereits sehr energieeffizient betrieben werden, können defekte Verschleißteile dazu führen, dass der Strom- oder der Wasserverbrauch unnötig steigen. Bei einem Kühl- oder Gefrierschrank kann beispielsweise eine defekte Dichtung dazu führen, dass die gekühlte Luft nach außen dringt und so unnötig Energie vergeudet wird. Bei einer Spülmaschine können das Thermostat oder das Heizventil eventuell nicht mehr richtig funktionieren und so den Verbrauch unnötig steigern.
 
Wenn der Wasserverbrauch bei der Waschmaschine auffällig hoch ist, kann das ebenfalls an defekten Bauteilen oder auch an einem undichten Ablaufschlauch liegen, der darüber hinaus auch noch einen hohen Schaden in der eigenen und den umliegenden Wohnungen anrichten kann. Deshalb sollten alle Geräte regelmäßig gecheckt und bei Bedarf passende Ersatzteile einfach nachgekauft werden.
 
Das sorgt auch dafür, dass Geräte, die ohnehin bereits mit wenig Stromverbrauch arbeiten und noch recht neu sind, nicht gleich getauscht werden müssen, nur weil beispielsweise ein Kunststoff-Griff abgebrochen ist. Wer nur den einzelnen Teil und nicht gleich das komplette Gerät neu kauft, schont das eigene Budget und sorgt für einen verlangsamten Verbrauch wertvoller Rohstoffe.
 
Tipp #3: Geräte nicht im Standby-Betrieb laufen lassen
Das Fernsehgerät von der Wohnzimmercouch aus mit der Fernbedienung zu bedienen, ist selbstverständlich sehr bequem. Doch dieser Luxus kostet unnötiges Geld und belastet durch den Stromverbrauch auch noch die Umwelt. Denn der Standby-Modus ist ein fieser Stromschlucker.
 
Jeder Haushalt in Deutschland verursacht im Durchschnitt Kosten von rund 100 Euro allein nur dadurch, dass die Geräte nicht vollständig vom Strom getrennt werden. In der Gesamtheit führt das zu einem Stromverbrauch von rund 22 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr. Um diese enorme Energiemenge zu erreichen, müssen dafür zwei mittelgroße Atomkraftwerke wie beispielsweise jenes in Emsland im niedersächsischen Lingen oder zwei Kohlekraftwerke wie jenes in Moorburg in Hamburg betrieben werden.
 
Sobald das TV-Gerät einmal aktiv ist, kann es ohnehin mit der Fernbedienung gesteuert werden. Nur die erstmalige Inbetriebnahme wird dadurch etwas aufwendiger. Die einfachste Möglichkeit zur Aktivierung und Deaktivierung der Geräte bieten Steckerleisten oder einzelne Stecker mit einem integrierten Ein- und Ausschalter.
 
Tipp #4: Die Wohnung nicht überheizen
Innovative Technologien wie Photovoltaik und Steuerungsanlagen sind eine ausgezeichnete Möglichkeit, um mittelfristig die Energiewende herbeizuführen. Wer jedoch eine Mietwohnung in der Stadt bewohnt, hat kaum die Gelegenheit, um selbst über solche Investitionen zu entscheiden.
 
Investitionen zu entscheiden. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, die vorhandenen Möglichkeiten effizient einzusetzen. Egal, mit welchem Heizungssystem die Wohnung mit Wärme versorgt wird - zu warme und überheizte Räume sorgen für einen unnötigen Energieverschleiß. Die verschiedenen Wohnräume erfordern unterschiedliche Temperaturen. In Wohn- und Kinderzimmern liegt die Idealtemperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius. In der Küche, in den Fluren und im Schlafzimmer sind auch 17 bis 18 Grad ausreichend. Das Bad verträgt dagegen ruhig auch ein bis zwei Grad Celsius mehr.
 
Jedes Grad Raumtemperatur verursacht im Winter zusätzliche Heizkosten von rund sechs Prozent. Im Sommer sorgt die Abkühlung der Räume durch Klimaanlagen aufgrund der immer heißer werdenden Sommer in unseren Breitengraden ebenfalls für hohe Kosten. Aus ökologischer Sicht werden dabei entweder Rohstoffe, die abgebaut werden müssen oder Energie, die erzeugt werden muss, benötigt. Beides führt zu einer unnötigen Belastung der Umwelt, wenn zu viel davon verbraucht wird. Vor allem in Zeiten, in denen niemand in der Wohnung oder im Haus ist, müssen die Räume nicht vollständig beheizt sein.
 
Tipp #5: Plastik beim Einkauf vermeiden
Der Einkauf spielt beim Umweltschutz im eigenen Haushalt ebenfalls eine wichtige Rolle. Mittlerweile kennt jeder Konsument die Bilder von Plastiktüten, die in den Weltmeeren treiben und die Meeresbewohner unnötig belasten. Das stellt auch die Küstenregionen in Deutschland vor immer größere Herausforderungen.
 
Doch was lässt sich unternehmen, wenn die Supermärkte keine entsprechenden Alternativen bieten. Zunächst einmal sollten alle Einwegprodukte aus dem eigenen Haushalt verbannt werden. Dazu gehören Teller und Besteck aus Plastik sowie Trinkhalme. Statt Einweg-Tragetaschen kann auch der eigene Rucksack oder ein schicker Stoffbeutel für den täglichen Einkauf genutzt werden.
 
Das Obst und Gemüse wird beim Kauf oft nur deshalb in Plastiksäcke gesteckt, damit es nicht lose an der Supermarktkasse liegt. Danach werden diese sofort entsorgt. Hier ist es zumindest möglich, die gleichen Beutel zumindest noch ein zweites oder drittes Mal zu verwenden.
 
Gemüse und Pausenbrote werden zuhause gerne in Alufolie gewickelt. Der Energieaufwand zur Gewinnung der Folie ist hoch und für den meist nur einmaligen Gebrauch viel zu schade. Als Alternative empfiehlt sich in diesem Fall eine entsprechende Aufbewahrungsbox aus Edelstahl oder schlicht und einfach Butterbrotpapier.
 
Mikroplastik versteckt sich auch in vielen kosmetischen Produkten. Die kleinen Partikel können von der Umwelt nur sehr schwer abgebaut werden. Deshalb sollte beim Kauf vor allem auf das Kleingedruckte geachtet und Produkte mit Polyethylen (PE) oder Polyquaternium (PQ) vermieden werden.
 
Tipp #6: Auf die Regionalität der Produkte achten
Nicht nur Verpackung und Inhaltsstoffe spielen bei der Auswahl von Lebensmitteln eine entscheidende Rolle, sondern auch ihre Herkunft. Denn weite Transportwege sorgen für einen hohen Energieverbrauch und somit auch für eine unnötige Belastung der Umwelt mit Kohlendioxid. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Denn die Bezeichnung "regional" ist nicht immer ganz eindeutig, da es keine gesetzliche Regelung dafür gibt. Deshalb sollte hier vor allem auf konkrete Angaben wie der genauen Region oder der Angabe des Bundeslandes geachtet werden.
 
Frische und saisonale Lebensmittel aus der Region unterstützen die lokalen Produzenten und unterstützen den Klima- und Umweltschutz. Leider hat nicht jeder einen Bauernhof in der Nähe, wo entsprechende Waren direkt gekauft werden können. Doch als Alternative in der Stadt bieten sich regionale Bauernmärkte und sogenannte FoodCoops an. Dabei beziehen die Konsumenten ihre Produkte von lokalen Landwirten und achten dabei besonders auf die nachhaltige Produktion und eine faire Entlohnung.
 
Tipp #7: Strahlung vermeiden
Keine Frage - die moderne Technik ist äußerst praktisch. Dazu gehören vor allem die Funkwellen, die dafür sorgen, dass nicht mehr die ganze Wohnung verkabelt werden muss. Die sichtbaren Ergebnisse sind WLAN-Verbindungen für das Internet und Smartphones, die mittlerweile auch in sehr abgelegenen Gegenden einwandfrei funktionieren.
 
Ob und in welchem Ausmaß die Strahlungen zu gesundheitlicher Belastung und zur Schädigung der Umwelt führen, ist nach wie vor umstritten. Das Bundesamt für Strahlenschutz stuft beispielsweise WLAN-Strahlung als ungefährlich ein. Dennoch rät es gleichzeitig dazu, die Strahlung so gering wie möglich zu halten, da es noch keine validen Langzeitstudien über die Auswirkungen gibt.
 
Unabhängig davon empfiehlt jedoch das Umweltbundesamt, lieber durch die Erde zu surfen als in der Luft. Denn die Daten über Mobilfunk zu übertragen, benötigt wesentlich mehr Energie als ein stationärer Anschluss. Und die Erzeugung dieser Energie stellt wiederum eine Umweltbelastung dar, die sich sehr einfach vermeiden lassen würde.


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