

Werden an der Ostsee die ersten Strandkörbe aufgestellt und sich die Promenaden wieder füllen, beginnt für die lokalen Betriebe die arbeitsintensivste Zeit des Jahres.
Hotels, Restaurants, Cafés und Freizeitanbieter entlang der Küste benötigen innerhalb weniger Wochen meist wesentlich mehr Personal als im Winter. Besonders in touristischen Regionen wie der Lübecker Bucht oder auf Fehmarn wird die Suche nach Aushilfen jedoch inzwischen jedes Frühjahr zu einer größeren Herausforderung.
Viele Unternehmen erleben in den Sommermonaten ein deutlich höheres Gästeaufkommen als außerhalb der Ferienzeiten. Gerade kleinere Familienbetriebe sind dann auf kurzfristige Unterstützung angewiesen.
Gesucht werden Servicekräfte, Küchenhilfen, Reinigungspersonal oder Mitarbeitende für Verkaufsstände und Strandabschnitte. Die Bewerbungsverfahren ziehen sich jedoch häufig bis kurz vor Saisonbeginn.
Schulen und Beratungsstellen beobachten, dass Jugendliche heute immer häufiger nach digitalen Verdienstmöglichkeiten suchen. Im Internet kursieren dabei unterschiedlichste Modelle, von Nachhilfeplattformen bis zu Angeboten wie Fußbilder verkaufen. Viele Betriebe an der Küste müssen deshalb mehr Aufwand betreiben, um junge Menschen wieder für die klassischen Ferienjobs vor Ort zu gewinnen.
Ein zentrales Hindernis stellt die angespannte Wohnsituation in den beliebten Ferienorten dar. Die Saisonkräfte benötigen oft sehr kurzfristig bezahlbare Unterkünfte. Immer mehr Wohnungen werden jedoch touristisch vermietet. Einige Hotels stellen mittlerweile sogar ihre Personalzimmer bereit oder kooperieren mit Vermieter:innen in der Umgebung. Trotzdem berichten die Branchenverbände seit Jahren von anhaltenden Schwierigkeiten, ausreichend Mitarbeitende zu finden.
Dazu kommt die Konkurrenz anderer Regionen. Auch auf den Inseln in Norddeutschland sowie in den süddeutschen Tourismusgebieten steigt der Bedarf an Aushilfen während der Ferienzeit deutlich an.
Wer flexibel ist, kann sich somit häufig zwischen mehreren Angeboten entscheiden. Für kleinere Betriebe bedeutet das zusätzlichen Druck, gutes Personal zu überzeugen.
Trotz der angespannten Lage gelten Ferien- und Saisonjobs weiterhin als einfacher Einstieg in die Arbeitswelt.
Gerade im Gastgewerbe sammeln viele Jugendliche erstmals Erfahrungen mit Schichtdiensten, Kund:innen und Teamarbeit. Zudem entstehen aus den kurzfristigen Beschäftigungen nicht selten langfristige Arbeitsverhältnisse oder sogar Ausbildungsplätze.
Für Studierende sind Saisonjobs an der Küste ebenfalls attraktiv. Zwar zeigen sich die Arbeitszeiten oft intensiv, dafür locken flexible Vertragsmodelle und ein Arbeitsplatz in direkter Nähe zum Wasser.
Die Kommunen und Tourismusbetriebe versuchen inzwischen verstärkt, die Arbeitsbedingungen für die Saisonjobs attraktiver zu gestalten. Neben besseren Unterkünften spielen dabei auch verlässliche Dienstpläne und längere Beschäftigungszeiträume eine Rolle.
In vielen Betrieben geht es sogar gar nicht mehr nur darum, einzelne Sommermonate zu überbrücken. Sie suchen nach Mitarbeitenden, die möglichst mehrere Saisons bleiben und somit die Arbeit und die Region bereits kennen.
Auch die Erwartungen der Bewerber:innen verändern sich. Flexible Arbeitszeiten, planbare freie Tage und eine transparente Kommunikation spielen für sie heute eine größere Rolle als noch vor einigen Jahren. Gerade jüngere Beschäftigte vergleichen die Angebote sehr genau und informieren sich früh über die detaillierten Arbeitsbedingungen. Daher müssen die Betriebe entlang der Küste die klassische Saisonarbeit zunehmend professioneller organisieren.
In Orten mit starkem Tourismus bleibt der Bedarf an Saisonkräften hoch. Die Gäste buchen ihre Unterkünfte häufig spontan oder unternehmen Tagesausflüge. Restaurants, Strandbars und Freizeitbetriebe müssen ihre Teams dagegen schon Wochen vorher zusammenstellen.
Viele Unternehmen hoffen deshalb auf einen stabilen Sommer, in dem sich der hohe organisatorische Aufwand auch wirtschaftlich auszahlt. Besonders kleinere Betriebe sehen darin eine der wichtigsten Aufgaben für die kommende Tourismussaison.

































