Simon Krüger

Bundesliga-Tabelle - Heimstärke allein reicht nicht

Meister in der deutschen Fußball-Bundesliga ist, wer nach 34 Spieltagen die meisten Punkte erzielt hat. Seit Jahren ist das der FC Bayern München, der in einigen Saisons für eine gewisse Langeweile gesorgt hat, weil die Dominanz einfach zu groß war. Um dem Erfolgsrezept ein wenig auf die Spuren zu kommen, lohnt sich auch ein Blick in verschiedene Statistiken.
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Es gibt in der Statistik der Bundesliga Kategorien, in denen selbst die Münchner Bayern das Nachsehen haben. Aber es gibt eben auch Kategorien, in denen ein Spitzenplatz eher kontraproduktiv für den Erfolg ist. Beispielsweise fabrizierten in den letzten drei Jahren Fortuna Düsseldorf, der FC Schalke 04 und die SpVgg Greuther Fürth die meisten Eigentore - und stiegen ab. Die meisten Gelben Karten kassierten in den vergangenen drei Bundesliga-Spieljahren nacheinander der SC Paderborn, Eintracht Frankfurt und die TSG Hoffenheim.

 

Lewandowski-Abgang macht sich bemerkbar
In den eher rühmlichen Statistiken, die für Erfolg stehen, finden sich hingegen kaum mehr Spitzenwerte, bei denen der FC Bayern München nicht anzutreffen ist. Bei den erzielten Toren, Torschüssen, Torschützen und Torvorlagen hat der Rekordmeister und seine Stars ein Abonnement auf dem Spitzenrang. Allerdings zeigt sich in der laufenden Saison schon das Fehlen eines Ausnahmestürmers wie Robert Lewandowski. Die meisten Tore und Torschüsse kommen zwar immer noch vom Team von Julian Nagelsmann, der aktuell beste Torschütze ist aber Leipzigs Christopher Nkunku und die meisten Vorlagen gab Frankfurts Randal Kolo Munai.

 

Spannend erscheint auch ein aktueller Blick bei footystats.org auf das Tableau der Bundesliga, in dem die Bayern nun doch wieder die Führung übernommen haben, obwohl man in der Heimtabelle nicht an der Spitze steht. Besondere Aussagekraft findet sich in der Kategorie Auswärtstabelle Bundesliga. Hier steht der FC Bayern München ganz oben, dicht gefolgt vom SC Freiburg, der auch in der Gesamttabelle nach 13 Spielen Zweiter ist.

 

Heimstarke Gladbacher enttäuschen auswärts
Gegenbeispiele liefern RB Leipzig, Borussia Dortmund, Union Berlin oder Borussia Mönchengladbach. Sie alle haben vor heimischer Kulisse schon besser gepunktet als die Bayern oder Freiburg, aber in der Fremde hapert es in dieser Saison noch. Gladbach konnte auswärts noch gar nicht gewinnen und steht in der Verbindung mit seiner Heimstärke dann eben nur auf einem Platz im Mittelfeld der Gesamttabelle.

 

Die lautstarke Unterstützung, die im größten Stadion der Bundesliga bei den Heimspielen von Borussia Dortmund herrscht, ist vielleicht doch ein Vorteil, der sich nur indirekt in Zahlen messen lässt. Auch Union Berlin dürfte zuletzt beim 0:5 in Leverkusen seinen gewaltigen Anhang schmerzlich vermisst haben. Ein negatives Torverhältnis, wie es Union Berlin, Dortmund, Leipzig und Gladbach auswärts haben, kann man sich absolut nicht leisten, wenn man wirklich ganz oben mitspielen will. Heimstärke allein macht keinen Meister, in der Fremde beweist sich, wer ein Spitzenteam ist.


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