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Simon Krüger

Verschiedene Wundarten und ihre Behandlung

Bild: Pexels.com @ Tara Winstead

Ein Sturz, ein chirurgischer Eingriff, der Kratzer einer ungeduldigen Katze… Wunden sind vielfältig in ihrer Entstehung und Erscheinung. Deshalb muss auch die Wundversorgung an die jeweilige Verletzung angepasst werden. Erfahren Sie hier im Überblick alles Wichtige zu den Wundarten und ihrer Behandlung.

 

Wie kann man Wunden einteilen?
Wunden sind Verletzungen des Gewebes, die nach ihrer Entstehung grundsätzlich in drei Kategorien eingeteilt werden: traumatische, chronische und iatrogene Wunden. Dabei lässt sich eine Verletzung nicht immer nur einer der Wundarten zuweisen. Heilt eine Platzwunde etwa schlecht und braucht sehr lange für die Heilung, kann sie sowohl zu den traumatischen als auch zu den chronischen Wunden gezählt werden. Die grobe Einteilung sagt allerdings noch nicht, ob und wie die verschiedenen Wundarten im Detail versorgt werden müssen. Die Wundbehandlung richtet sich sowohl nach der Art als auch nach der Größe und Tiefe der Wunde und nach den möglichen Komplikationen, die sie mit sich bringt.

 

Traumatische Wunden
Traumatische Wunden leiten sich vom medizinischen Begriff des Traumas ab, das eine Schädigung des Körpers durch eine Einwirkung von außen beschreibt. Sie sind die vielfältigste und im Alltag häufigste der Wundarten (1).

 

Was kennzeichnet traumatische Wundarten und welche gibt es?
Diese große Gruppe der Verletzungen teilt sich noch einmal in thermische, mechanische und chemische Wunden. Thermische Wunden sind solche, die durch sehr hohe oder sehr niedrige Temperaturen entstehen. Zu dieser Wundart zählen also Verbrennungen, Verbrühungen und Erfrierungen. Auch Verletzungen durch Strom- und Blitzschlag zählen zu den thermischen Wunden, da in diesen Situationen in der Regel hohe Temperaturen herrschen.

 

Noch häufiger sind mechanische Wunden. Hier verursachen Ereignisse wie ein Aufprall oder der Kontakt mit scharfen, harten oder rauen Oberflächen die Verletzung. Zu diesem weiten Feld gehören Wundarten wie Stich-, Schnitt- und Schürfwunden, aber auch Riss- und Bissverletzungen. Chemische Wunden sind die Folge eines Kontaktes mit starken Laugen oder Säuren. Sie sind also Verätzungen. Außerdem werden Strahlenschäden im Organismus im weitesten Sinne dazu gezählt.

 

Traumatische Wunden behandeln
Die Behandlung traumatischer Wunden richtet sich im wesentlich nach Art und Umfang der Verletzung. Vor allem kleine Alltagsverletzungen wie ein Stich mit der Nadel in den Finger brauchen nicht unbedingt eine spezielle Wundversorgung. Hier greifen körpereigene Mechanismen. Blutet die Wunde kurz, ist der Blutverlust nicht gefährlich und es werden dabei gleichzeitig schädliche Keime aus dem Körper geschwemmt, bevor dieser die Wunde durch die Blutgerinnung verschließt. Die Abwehr des Organismus kümmert sich dann um eventuell zurückgebliebene Keime.

 

Großflächige Wunden sollten dagegen immer sorgfältig gereinigt, desinfiziert und bei Bedarf auch mit einem Pflaster oder Verband abgedeckt werden. Während Sie kleinere Verletzungen gut allein mit der Hausapotheke versorgen können, gehören bestimmte Wunden immer in ärztliche Behandlung. Dazu zählen unabhängig von der konkreten Wundart Verletzungen, die stark bluten, sehr tief oder groß sind. Hier muss ein Arzt entscheiden, ob die Wunde eventuell genäht werden muss, ob eine Blutung medikamentös gestillt werden sollte und ob der Patient vielleicht einen Volumenersatz bei hohem Blutverlust braucht.

 

Iatrogene Wunden erkennen und behandeln
Iatrogen ist der medizinische Fachbegriff für "von einer medizinischen Behandlung verursacht". Hierzu zählen Wundarten, die durch Schnitte mit Laser oder klassischem Skalpell entstehen. Diese Verletzungen können von kleinen Einschnitten bis zur kompletten Amputation reichen. Aber auch Punktionen und medizinisch notwendige Verätzungen sind iatrogene Wunden. Wundarten, die durch eine medizinische Intervention entstehen, werden immer ärztlich begleitet. Welche Wundbehandlung nötig ist und wie Sie sie ausführen, erklärt der zuständige Arzt. Um Komplikationen zu vermeiden, sollten Sie diesen Anweisungen immer sorgfältig folgen.

 

Chronische Wunden erkennen und behandeln
Chronische Wunden entstehen langsam nach und nach wie etwa ein Dekubitus oder aus einer der beiden vorgenannten Wundarten. Per Definition gilt eine Wunde als chronisch, wenn sie nach vier bis zwölf Wochen immer noch nicht heilt. Das kann vielfältige Ursachen haben. Vielleicht liegt eine Grunderkrankung wie Diabetes oder ein Tumor zugrunde. Aber auch ein Mangel an bestimmten Nährstoffen, Rauchen und Alkohol können die Wundheilung beeinträchtigen. Mitunter setzen sich auch hartnäckige Infektionen in den Bereich und verhindern eine Heilung. Das kann viele Wundarten betreffen, beispielsweise einen Katzenbiss oder eine chirurgische Wunde. Chronische Wunden sollten Sie nicht ohne Anleitung selbst behandeln. Dieser Wundarten sollte sich im Idealfall ein Spezialist, ein sogenannter Wundmanager, annehmen. Er kann gezielte, auf die jeweilige Verletzung angepasste Maßnahmen einleiten und die Betroffenen in der korrekten Behandlung der Wunde schulen.

 

(1) Lippert, Hans, Herausgeber. "3 Wundarten". Wundatlas, Georg Thieme Verlag, 2012. S. 21.
(2) "Wie werden chronische Wunden behandelt?" gesundheitsinformation.de, https://www.gesundheitsinformation.de/wie-werden-chronische-wunden-behandelt.html. Zugegriffen 14. Mai 2024.


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