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Kristina Kolbe

Allrounder Wärmepumpe – so kühlt die Heizung im Sommer  

Bild: Hfr

Es wird immer heißer in Deutschland. Bald schon klettern die Temperaturen auch bei uns im Norden wieder regelmäßig auf die 30-Grad-Marke. Da stellt sich so langsam die Frage, ob man das Haus nicht mit einer Klimaanlage ausrüsten sollte. Gleichzeitig denken wir über neue Heizungen nach, die auf regenerative Energien setzen, damit die Klimaerwärmung und die Umweltverschmutzung nicht noch weiter voranschreitet. Mit einer Wärmepumpe kann man beides verbinden: Wärme im Winter und angenehme Kühle im Sommer. Wie das geht, erklärt der Beitrag.

Was sind Klimaanlagen und Wärmepumpen?

Schaut man sich die Funktionsweisen von Wärmepumpen und Klimaanlagen an, stellt man fest, dass beide nach dem gleichen Prinzip arbeiten. Die Wärmepumpe zieht warme Luft aus der Umgebung, dem Erdboden oder dem Grundwasser an, erhöht die Temperatur durch Verdichten eines Kältemittels und gibt sie an die Räume im Haus weiter. So dient die Wärmepumpe als nachhaltige und kostengünstige Heizung im Winter.

Geht es ums Kühlen bei der Klimaanlage, geht die Wärme ebenfalls den Weg zwischen Innen und Außen, nur eben andersherum. Den Räumen wird die warme Luft entzogen und diese nach außen abgegeben.

Wie kann man eine Wärmepumpe als Klimaanlage nutzen?

An heißen Tagen kann man versuchen, das Haus mit textilen Markisen umweltfreundlich zu klimatisieren, oder aber man nutzt die Wärmepumpe, um für angenehmere Temperaturen in den Räumen zu sorgen. Eine Wärmepumpe ist also, grob betrachtet, nichts anderes als eine Klimaanlage, nur eben arbeitet sie genau andersherum. Moderne Wärmepumpen können so ganz einfach je nach Jahreszeit und Bedarf umgestellt werden: Von Heizung auf Kühlung oder von Kühlung auf Heizung. Dies kann automatisch oder aber per Hand geschehen.

Allerdings ist wichtig zu wissen, dass für die Nutzung der Wärmepumpe als Klimaanlage auch eine passende Art der Heizung vonnöten ist. Mit normalen Heizkörpern, die wie Radiatoren arbeiten, ist die Kühlleistung mittels der Wärmepumpe nicht besonders hoch. Besser geeignet sind Flächenheizungssysteme wie Fußboden-, Wand- und Deckenheizungen.

Grundsätzlich eignen sich alle Wärmepumpen, die als Heizung verwendet werden, auch dazu, das Haus bei Bedarf zu kühlen. Luftwärmepumpen sind dabei für die Methode der aktiven Kühlung mit der Wärmepumpe, Grundwasser- und Erdwärmepumpe besser für die passive Kühlung geeignet. Die Methoden der aktiven und passiven Kühlung sollen im Folgenden genauer beschrieben werden.

Wärmepumpe und aktives Kühlen

Bei der Variante des aktiven Kühlens (Active Cooling) mit der Wärmepumpe wird der Kreislauf im Gerät tatsächlich einfach umgedreht. Das Kühlmittel wird also in den Innenraum geleitet, wo es die Wärme aufnimmt und dann nach außen ableitet. Dafür muss die Wärmepumpe mit der Möglichkeit, den Kreislauf umzukehren, ausgestattet sein. Split-Wärmepumpen können dies in der Regel. Andere Wärmepumpen (Monoblock) können nachträglich umgerüstet werden.

Ventile regeln die Umschaltung im Kältemittelkreislauf. Wird die Wärmepumpe auch zur Warmwasser-Aufbereitung genutzt, braucht es ein 4-Wege-Ventil, um unabhängig voneinander Heizen und Kühlen zu können, damit das Wasser im Sommer nicht die Temperaturen hat, die sonst nur beim traditionellen Anbaden im Großen Plöner See entstehen.

Wärmepumpe und passives Kühlen

Beim passiven Kühlen (Passive Cooling) fällt die Funktion des Verdichters und Kältemittels komplett weg. Das bedeutet, dass die warme Luft, die den Räumen entzogen wird, direkt nach außen, zumeist in den Erdboden oder das Grundwasser abgeführt wird. Das passive Kühlen mit Erdwärme- und Grundwasserpumpen ist besonders umweltschonend, und kostengünstig. Allerdings dauert der Prozess des Abkühlens etwas länger als der bei der aktiven Kühlung.

 


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