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Simon Krüger

Von der Pflanze zur Zigarette - die spannende Geschichte des Tabaks

Bild: Pexels.com @ Quang Nguyen Vinh

Rund die Hälfte der Weltbevölkerung raucht Zigaretten oder Zigarren. Der Hauptbestandteil ist Tabak, der von der Tabakpflanze geerntet, aufbereitet und gerollt wird. Was viele Menschen nicht wissen ist, dass der Tabak auf eine lange Geschichte zurückblickt und nicht ursprünglich aus Europa stammt. Nachfolgend tauchen wir in die Geschichte ein und entdecken, wo der Tabak seinen eigentlichen Ursprung hat.

 

Frühe Nutzung in den Vereinigten Staaten
Seit vielen Jahrzehnten ist der beliebte West Tabak bekannt und auch andere Sorten sind den meisten Menschen ein Begriff. Das war nicht immer so, denn die Tabakpflanze stammt ursprünglich aus den subtropischen Regionen Amerikas. Es gibt archäologische Funde, die darauf hindeuten, dass Tabak schon vor über 2.000 Jahren von indigenen Völkern genutzt wurde. Die Kulturen rauchten ihn in unterschiedlichen Varianten, meist in Form von Zigarren oder Pfeifen. Lange Zeit wurde dem Tabakkonsum eine religiöse Bedeutung zugeschrieben.

 

Es waren schließlich die Mayas und Azteken, die in der präkolumbianischen Zivilisation mit der Kultivierung begannen. Man schätzte die Tabakpflanze aufgrund ihrer psychoaktiven Eigenschaften und setzte sie in Zeremonien ein. Bei Atemwegserkrankungen und Zahnschmerzen spielte die Tabakpflanze ebenfalls eine wichtige Rolle.

 

Mit Columbus kam auch der Tabak nach Europa
Als Christoph Columbus Amerika entdeckte, begann die Einführung von Tabakwaren nach Europa. Er lernte die Pflanze durch die indigenen Völker kennen und schätzen. Beeindruckt von den Rauchgewohnheiten im fernen Amerika nahm Columbus Tabaksamen und Blätter mit nach Europa und machte sie dort erstmals bekannt.

 

Im frühen 16. Jahrhundert begann sich Tabak schließlich weiter in Europa zu verbreiten. Jean Nicot war seinerzeit französischer Botschafter in Portugal und trug dazu bei, den Tabak in Frankreich zu verbreiten. Er sendete Pflanzen und Samen an den Königshof und pries dort die scheinbaren Vorzüge an. Der später etablierte Begriff Nikotin wurde nach Jean Nicot entwickelt.

 

Anbau von Tabak ist nicht überall möglich
Bei vielen Festivals und Veranstaltungen gehören Zigaretten zum alltäglichen Anblick. Menschen rauchen privat, öffentlich und überall dort, wo es erlaubt ist. Aber woher kommt der Tabak, der sich eingerollt in Zigarettenpapier befindet? Er wird in fernen Ländern mit warmen Temperaturen angebaut. Gezogen werden die Jungpflanzen dabei in Saatbeeten, bevor es raus aufs Feld geht. Es dauert bei einer einzelnen Pflanze rund drei bis vier Wochen, bis die Ernte durchgeführt werden kann.

 

Um die Feuchtigkeit aus den Tabakblättern zu bekommen, werden sie getrocknet. Je nach Tabakproduzent werden hierbei verschiedene Methoden genutzt. Die Blätter werden anschließend fermentiert und bekommen so ihren unverwechselbaren Geschmack. Erst nach diesem Schritt erfolgt die eigentliche Weiterverarbeitung. Aus Tabak werden Zigaretten, Zigarren, Pfeifentabak, Kautabak und auch klassische Tabakmischungen hergestellt. Bei der Verarbeitung werden die Blätter nicht nur zerkleinert und gemischt, sondern stellenweise auch aromatisiert. So ist es möglich, dass Tabak von einer Pflanze je nach Anbieter unterschiedlich schmeckt. Obwohl Zigaretten immer gleich aufgebaut sind, gibt es unzählige Marken und Sorgen mit einzigartigen Geschmacksrichtungen.

 

Fazit: Tabak ist eine Entdeckung der Natur
Industriell gefertigten Zigaretten sieht man die "Natürlichkeit" nicht mehr an. Verarbeitet mit Filter und Zigarettenpapier gerät der Tabak in Vergessenheit. Es ist schwer vorstellbar, dass die kleinen braunen Stückchen mal ein großes Tabakblatt einer natürlich gewachsenen Pflanze war. Die Reise in die Vergangenheit zeigt, wie lange Menschen sich mit Tabak bereits auseinandersetzen.

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