Simon Krüger

Die deutsche Casino-Kultur in Schleswig-Holstein

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Foto: Pixabay.com @GregMontani

Seitdem 19. Jahrhundert weist Deutschland einen regen Casino-Betrieb vor. Trotz der umfassenden Digitalisierung der Casinospiele sind deutsche Spielbanken weiterhin populäre Lokationen für Spiel, Spaß und Geselligkeit in glamouröser Atmosphäre. Auch in Schleswig-Holstein ist das Live-Spiel ein beliebtes Freizeithighlight, das in vier verschieden Standorten des Bundeslandes kultiviert wird.

 

Das Spielen breitet sich in Europa aus
Im 15. Jahrhundert breiteten sich die Spielutensilien für Karten-, Würfel- und Brettspiele in ganz Europa aus. Hauptgründe dieses Phänomens waren die Einführung des Holzschnittes sowie das enorme Wachstum der Papierproduktion. Infolgedessen lernten alle gesellschaftlichen Schichten der europäischen Bevölkerung die Spielinstrumente und die dazugehörigen Spiele kennen. Es entstanden regional unterschiedliche Spielkulturen, die selbst ihre eigenen Spiele erfanden. Zentren dieser Entwicklung waren in erster Linie Wirtshäuser und Kneipen, aus denen nach und nach Lokale entstanden, die sich nur auf die Spielaktivität konzentrierten oder gar nur für diesen Zweck eröffnet wurden. In Deutschland bildeten sich aus dieser Bewegung Spielbanken, die in Kurorten zur Unterhaltung der europäischen High Society betrieben wurden.

 

Der Spielbetrieb in seinen Glanzjahren
Viele deutsche Kurstädte und -gemeinden erlebten im 19. Jahrhundert einen enormen Aufstieg. Die Gebiete, berühmt für ihre heilenden Quellen und unberührter Natur, wurden als Gegenpol der anschwellenden Städte wahrgenommen und entwickelten sich zu wichtigen Reisezielen in adeligen und intellektuellen Kreisen. Dabei wurden zahlreichen Spielbanken in Betrieb genommen, die den Kurgästen spannende Abendunterhaltung in Geselligkeit und Spielspaß anboten. Die bekanntesten Destinationen der Ära waren unter anderem Baden-Baden, Bad Homburg und Wiesbaden. In Schleswig-Holstein stachen die Städte Bad Segeberg, Bad Bramstedt und Travemünde an der Ostsee hervor, die gemäß der deutschen Kurgeschichte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts florierten. Das Casino Travemünde, eröffnet im Jahre 1825, gehörte dabei zu den ältesten Spielbanken Deutschlands. Die Glanzjahre der Kuraktivität endeten in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Dies hatte zur Folge, dass zahlreiche Spielbanken in Deutschland ihren Betrieb beendeten. Nur zwölf Standorte in Kur- und Seebädern überlebten diesen Abwärtstrend. Erst ab den 1970er nahm die Spielaktivität langsam wieder zu, nachdem zahlreiche Neueröffnungen sowohl in deutschen Großstädten als auch in der Peripherie erfolgten.

 

Digitalisierung des Casinospiels
In den 1990ern erlebte die Casino-Branche große Veränderungen. Elektronische Spielautomaten, die in den 1960er Jahren erfunden wurden und in Las Vegas äußerst beliebt waren, hielten in den 1990er Jahren endlich Einzug in die europäischen Casinos und bereicherten deutlich das Spielangebot. Darüber hinaus wurden klassische Casinospiele digitalisiert und in die große weite Welt des Internets eingebettet. Aus diesem Ereignis haben sich zwei Casino-Realitäten herausgebildet: das traditionelle Spiel in realen Casinos und das iGaming. Heute werden in realen Casinos das Automatenspiel sowie die traditionellen Casinospiele weiterhin in der überlieferten Art und Weise den Gästen zur Verfügung gestellt. Das iGaming bietet hingegen zahlreichen Online-Slots mit vielfältigen Themen und Mechaniken sowie klassische Spiele in digitalisierter Form an.

 

Casino Schleswig-Holstein
Die Digitalisierung der Casinosspiele hat das Interesse für die ortsgebundenen Spielbanken in Deutschland nicht gemindert. Vielmehr gelten ihre Angebote als Ergänzung zum Online-Spiel, welches Gelegenheitsspielern noch keine realitätsnahe Live-Erfahrung über digitale Geräte versprechen kann. Außerdem werden Casinobesuche im Rahmen einer Kurzreise immer noch als Teil des Aufenthalts betrachtet. Im holsteinischen Bundesland unterhält der Betreiber Casino Schleswig-Holstein aktuell vier Standorte, die eine modere Spielbank-Atmosphäre versprechen. Diese befinden sich in Schenefeld, Kiel, Lübeck und Flensburg und bereichern die Freizeitlandschaft der jeweiligen Städte. Das Spielangebot umfasst Roulette, Black Jack, Poker und Automatenspiele. Zudem werden regelmäßig Events wie Pokerturniere und -kurse sowie Konzerte organisiert. Die Spielbanken übernehmen auch die Funktion des Eventorganisators und eröffnen ihre Türen für Junggesellenabschiede, Weihnachtsfeier oder Tagungen in Verbindung mit Spielspaß. Zwar sind beim Besuch Krawatte und Jackett kein Muss, doch um das glitzernde Ambiente gemäß der Casino-Tradition nicht zu stören, erwartet der Betreiber gehobene Freizeitkleidung zum Einlass.

 

Die Spielangebote des Casinos Schleswig-Holstein verdeutlichen, dass der Spielbetrieb bis heute ein wichtiger Bestandteil der deutschen Freizeitkultur ist. Das Wachstum der Casino-Kultur mit Zusammenhang mit der Badetradition im 19. Jahrhundert haben das Live-Spiel tief in die regionalen Freizeitlandschaften eingebettet. Damit versprechen ortsgebundene Spielbanken weiterhin eine Alternative zum populären iGaming im digitalen Zeitalter und ergänzen das Online-Angebot mit örtlichem Live-Spiel in moderner Casino-Atmosphäre.


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