Simon Krüger

Musterhäuser - Definition und Nutzen

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Foto: Pixabay.com @ pexels

Nur wenige Entscheidungen im Leben haben eine derart große Tragweite wie die zum Kauf einer Immobilie. Besonders wichtig sind hier visuelle Eindrücke zur zukünftigen Immobilie, über Bilder, Videos oder virtuelle Begehungen. Nichts davon ist allerdings mit der realen Immobilie zu vergleichen. Was ein Musterhaus ausmacht, warum es trotz moderner Technologie wie Virtueller Realität wichtig ist und wann ein Musterhaus zu einem Schnäppchen wird:
 
Das Erlebnis in einem Musterhaus ist digital kaum nachzubilden
In der Regel erfüllt man sich den Traum von einem selbst gebauten Haus nur einmal im Leben. Doch wie soll das Gebäude genau aussehen? Wie soll und wie wird es sich darin leben? Wie groß sind 200 m² denn wirklich - oder reichen schon 100 m²? Die Antworten auf subjektive Fragen wie diese kann ein Musterhaus geben. Mit Musterhäusern lässt sich ein Gebäude in einer Weise erleben, welche dem "Feeling" des eigenen Zuhauses gleichen soll. In Deutschland kann man in rund 600 Musterhäusern Baustil, Materialien und Energiekonzepte erleben. Man bekommt auch ein Gespür dafür, ob genug Stellfläche an den Wänden vorhanden ist, ob die Raumflächen dem Platzbedarf entsprechen und wie viel Licht in die Immobilie fällt. Gerade letzteres ist, ebenso wie das dynamische Erleben der Räumlichkeiten, nur sehr schwer beispielsweise digital zu ersetzen.
 
Ein Musterhaus besichtigen
Besichtigen lassen sich Musterhäuser entweder einzeln oder in Musterhaus-Parks eines Fertighausanbieters - je nachdem, ob man bereits konkrete Wünsche hat oder noch etwas unschlüssiger ist. Etwa 20 Musterhausaustellungen in Deutschland bieten zudem die Möglichkeit, Musterhäuser verschiedener Anbieter untereinander zu vergleichen. Die größte Eigenheimausstellung Bayerns befindet sich im Musterhauspark Poing, nahe München. Das eigene Haus wird am Ende allerdings meist deutlich anders ausschauen als das Musterhaus: Denn Käufer kaufen kein vorgefertigtes Haus, sondern vielmehr ein System mit vielen möglichen Ausprägungen und der ubiquitären Möglichkeit, praktisch alles nach Kundenwunsch zu verändern. In einem favorisierten Musterhaus bei München lässt sich vor Ort prüfen, welche Details man am eigenen Haus ebenfalls haben möchte - und welche nicht. Darum lohnt sich auch der mehrfache Besuch:
 
Musterhäuser ruhig mehrfach besuchen
Auch wenn man sich bereits auf einen bestimmten Haustyp festgelegt hat, finden sich während den folgenden Musterhausbesuchen immer neue Inspirationen. Während man sich zuerst mit dem Baustil, verbauten Materialien, der Haustechnik und der Grundrissplanung beschäftigt hat, wird zum Ende hin der Fokus auf andere Dinge gelegt: Die Innenausstattung, wie beispielsweise Wand- oder Bodengestaltung, aber auch die Ausrichtung der Möbel wird nun immer mehr Berücksichtigung finden. Ansprechpartner in den Musterhäusern können Tipps geben und letzte offene Fragen beantworten. So bleibt der Besuch eines Musterhauses von der ersten Planung bis hin zum letzten Feinschliff immer spannend und aufschlussreich.
 
Was passiert mit einem Musterhaus, wenn es nicht mehr als solches gebraucht wird?
Dass viele Musterhäuser in Fertighausbauweise errichtet sind, hat mehrere Gründe. Einerseits ist die Bauzeit geringer und der Bau damit, erst recht für den Anbieter selbst, günstiger. Andererseits lässt sich das Haus auch kostengünstig wieder abbauen: Tatsächlich werden Musterhäuser am Ende ihrer Marketing-Lebenszeit in der Regel verkauft und woanders wieder aufgebaut - meist zu Schnäppchenpreisen, die allerdings nur dann wirklich welche sind, wenn der Käufer zumindest den Auf- und Wiederausbau möglichst in Eigenleistung stemmen kann.


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